International forum




Notices

Social Group
This is a public group.

Deutschsprechende Muslims

Group Created by mosleema1980

Fuer alle Muslims, die der deutschen Sprache bewandt sind

View All Members Showing 1 of 1 Member(s)
Showing 5 of 6 Picture(s)
Showing Social Group Messages 1 to 7 of 7
  1. mosleema1980
    05-20-2008 07:45 PM - permalink
    mosleema1980
    Feststellungen Muhammads, des Gesandten Allahs (FSmi)

    VERMEIDET FOLGENDES ...

    Ghadab -- Zorn
    "Seid nicht zornig"
    "Stark ist nicht der, welcher den andern im Ringkampf besiegt, sondern des Menschen wirkliche Stärke liegt in der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung wenn er zornig ist."

    Hasad -- Eifersucht
    "Eifersucht verschlingt die guten Taten, wie Feuer das Holz."

    Haqad -- Hass
    "Es ist für einen Muslim nicht zulässig, einem anderen mehr als drei Tage hintereinander böse zu sein."

    Bukhal -- Geiz
    "Der Geizhals ist bei Allah nicht beliebt"

    Kubar – Hochmut
    "Jeder Mensch, welcher auch nur ein Körnchen Hochmut in seinem Herzen trägt, wird das Paradies nicht betreten."

    'Ajab – Eitelkeit, Eingebildetheit
    "Als Zeichen der Dummheit genügt, wenn ein Mensch eingebildet ist."

    Fakhar -- Prahlerei
    "Allah hat mir offenbart, dass alle Demut so weit zu reichen hat, bis niemand sich über den anderen erhebt und keiner den anderen erniedrigt."

    'Riyaa -- Zurschaustellung
    "Meine größte Angst um euch (Muslims) ist, dass ihr euch auf ( minor shirk) „kleine Götteslästerung“ einlasst; welche darin besteht, Dinge zu tun, um dabei gesehen zu werden, der Show wegen."

    Ghurur -- Taüschung
    "Lasst die äußere, materielle Welt euch nicht täuschen, noch lasst euch von den Betrügern betrügen."
    (Qur'an 31:33)

    Hubb-ul-Jah -- Ruhmsucht
    "Wer das Selbst erniedrigt (beherrscht, unterwirft, zähmt, lenkt, im Griff hat, kontrolliert,) den erhöht Allah."
    [Sayyidna 'Ali (ra) sagte: "Suche Genügsamkeit und Bescheidenheit, keinen Namen."]
    [Ibrahim bin Adham sagte: "Welche in den Ruhm verliebt sind, lassen oft an Aufrichtigkeit ihrer Absicht vermissen."]

    Kathrat-ul-Kalaam – Ausschweifendes Reden
    "Schweigen bedeutet Weisheit, doch wie wenige schweigen"

    Al-Tazeen-ul-Khalq – Vom Äusseren voreingenommen zu sein

    Hirs -- Gier
    "Die Welt ist die Heimstatt für jene, welche sich die Existenz einer anderen nicht vorstellen können, daher triffst du nur jene sich ihretwegen zusammenhäufen, welche keinen Funken Verstand haben."
  2. mosleema1980
    05-05-2008 10:52 PM - permalink
    mosleema1980
    Sinngemäß ein Ausspruch des Heiligen Yahya bin Mua'dh Razi





    Wenn der Tod am Markt angeboten würde, Allahs Liebende würden sonst nichts kaufen.

    Die Liebe zu Allah kann derart sein, dass die Beziehung zum Leben dieser Welt sich nur mehr durch das zu erwartende Leben nach dem Tod definiert: die ungetrübte Nähe zu Allah wird ersehnt und der Tod ist die Tür. Die Gefährten des Gesandten - möge der Friede und Segen Allahs auf ihm sein - baten Allah um den Märtyrertod, da diese schnelle Reinigung eben nicht am Markt erhältlich ist; also nicht selbst auszuwählen ist.

    [gewisse email-Reaktionen von vermutlich christlichen Fanatikern zu obigen Ausspruch (Drohungen mit Staatsanwaltschaft) zeigten, dass sie den oben zitierten Ausspruch als eine Aufforderung zu Gewalt oder Selbstmord verstehen (möchten); ganz im Gegenteil ist dieser sufische Ausspruch aber die Mitteilung, dass Selbstmord eben untersagt ist, auch wenn Allahs nähe von den Ihn liebenden durch den Martyrertod erhofft wird, was eben das Gegenteil von Selbstmord ist. Das Missverständnis derer, welche eben so irrig denken, soll mit diesem Ausspruch angedeutet sein; diejenigen also, welche Selbstmord als legitim betrachten und meinen, damit in das Paradies zu gelangen, haben eine verirrte Ansicht. ...außerdem: wer in seinen Projektionen zu sehr verfangen ist, ließt nichts außer seinen eigenen Projektionen, offensichtlich ganz unabhängig von dem, was geschrieben steht und das zeigt sich nur all zu häufig.]
  3. mosleema1980
    05-05-2008 10:41 PM - permalink
    mosleema1980
    Assalaamu aleikum wr wb!

    Erst einmal ein herzliches Willkommen an alle, die irgendwann einmal dieser Gruppe beitreten. Ziel der Gruppe ist es alle deutschsprechenden Muslims auf dieser Seite zu vereinen wie wir im grossen Umfang alle Muslims vereinen sollten. Es geht darum Wissen auszutauschen, Informationen zu teilen oder einfach nur Gedanken auszusprechen.

    Ich hoffe ihr findet hier Anklang.


    Quote:
    "...heute habe ICH fuer euch eure Religion vollendet und MEINE Gnade an euch ganz erfuellt und fuer euch den Islam als Religion ausersehen.." (5:3)
  4. mosleema1980
    05-05-2008 10:35 PM - permalink
    mosleema1980
    Was ist ein Madhhab? Warum ist es notwendig einer Rechtschule zu folgen?
    Nuh Ha Mim Keller 1995 - Übersetzung aus dem englischen Original: Yusuf Ferdin


    Das Wort madhhab ist vom arabischen Wort für "Gehen" oder "eingeschlagener Weg" abgeleitet und verweist auf die Meinung eines Mujtahid, in Bezug auf eine Vielzahl von interpretativen Möglichkeiten der Ableitung von Allahs Gesetzen aus den Primärtexten von Qur'ân und hadiith,zu einer bestimmten Fragestellung. In einer allgemeineren Bedeutung repräsentiert ein Madhhab die in sich geschlossene Denkschule eines bestimmten Mujtahid-Imams, wie Abu Hanifa, Malik, Shafi'i oder Ahmad. In der jeweiligen Rechtsschule kamen danach viele erstrangige Gelehrte, die ihre Ergebnisse prüften und ihre Arbeit verfeinerten und verbesserten.

    Die Mujtahid-Imame waren also Interpreten, die den Qur'ân und die Sunnah in die spezifischen Sharî°ah-Regeln des täglichen Lebens transformierten, was im Allgemeinen als "figh", oder "Rechtswissenschaft" bekannt ist. In Relation zu unserer Religion "Dîn" ist die Rechtswissenschaft "figh" nur ein Teil dieser, da das religiöse Wissen, dass jeder von uns besitzt, aus drei Arten zusammengesetzt ist. Die erste Art ist das allgemeine Wissen über islamische Glaubensgrundsätze, wie die Einheit Allahs, der Glaube an Seine Engel, Bücher, Gesandten und das Prophetentum von Muhammad (Allahs Segen und Heil auf ihm) und Ähnliches. Jeder von uns kann dieses Wissen direkt aus dem Qur'ân und den Ahadîth herleiten. Das Gleiche gilt auch für die zweite Art von Wissen, nämlich die allgemeinen ethischen Prinzipien im Islam, wie Gutes zu tun, Schlechtes zu vermeiden, mit Anderen in guten Aufgaben zu kooperieren, und so weiter. Jeder Muslim kann diese allgemeinen Prinzipien, die den größten und wichtigsten Teil seiner Religion bilden, von Qur'ânund hadiith selbstständig herausnehmen.


    Die dritte Art des Wissens ist das präzise Verständnis von bestimmten göttlichen Befehlen und Verboten, die die Sharî°ah bilden. Aufgrund der Beschaffenheit und der blosen Anzahl der einbezogenen Qur'ân und hadiith texte, unterscheiden sich hier die Menschen in ihrer Gehlehrsamkeit und geistigen Fähigkeit bezüglich des Verständnisses und der Ableitung von allgemein gültigen Gesetzen. Aber allen von uns wurde - auf Allahs Verlangen - befohlen, seine Gesetze in unserem Leben umzusetzen, und deshalb unterteilen sich die Muslime in zwei Gruppen. Diejenigen, die das von sich aus tun können, das sind die Mujtahid-Imame, und diejenigen, die das mittels Anderer tun müssen, das heißt, die einem Mujtahid-Imamfolgen, in Übereinstimmung mit Allahs Wort in der Sure "An-Nahl": >>.... also fragt die Leute der Erinnerung, wenn ihr es nicht gewußt habt<< (Qur'ân 16:43), und in der Sure "An-Nisa": >>...und wenn sie es zum Gesandten zurückbringen würden und zu den Zuständigen für die Angelegenheit unter ihnen, bestimmt hätten es diejenigen gewußt, die es von ihnen herausfinden können < <Qur'ân 4:83), in welcher die Phrase "die es von ihnen herausfinden können" die Wörter "alladhîna yastanbitûnahu minhum" ausdrückt, die auf diejenigen hinweist, die die Kapazität haben, direkt aus den Quellen schlußzufolgern, was auf Arabisch Istinbât heißt.

    Dieses und andere Âyât und Ahadîth verpflichten den Gläubigen, der nicht auf dem Niveau von Istinbât ist, das heißt, der nicht direkt Regelungen aus Qur'ân und hadiith ableiten kann, in solchen Entscheidungen jemanden zu fragen, der auf diesem Niveau ist, und ihm zu folgen. Es ist nicht schwer zu begreifen, warum Allah uns verpflichtet hat, Spezialisten zu befragen. Denn wenn jeder von uns persönlich dafür verantwortlich wäre, all die Primärquellen, bezogen zu jeder beliebigen Frage, zu bewerten, würde ein lebenslanges Studium wohl kaum dafür ausreichen. So müßte man entweder seinen Lebensunterhalt, oder seinen Dînaufgeben.

    Deshalb sagt Allah in der Sure At-Tauba im Zusammenhang von Jihâd:

    >>...Die Gläubigen dürfen nicht alle auf einmal ausziehen. Warum rückt dann nicht aus jeder Gruppe nur eine Abteilung aus, auf daß sie (die Zurückbleibenden) ihre (ausgezogenen) Leute belehren, damit sie sich in acht nähmen(Qur'ân 9:122).<<

    Die Aufrufe, die wir heute über das Folgen von Qur'ân und Sunnah anstatt des Folgens der Rechtsschulen hören, sind fehl am Platz, da jeder damit übereinstimmt, dass wir dem Qur'ân und der Sunnah des Propheten (a. s.) folgen müssen. Der springende Punkt ist, dass der Prophet (a. s.) nicht mehr am Leben ist und uns persönlich nicht mehr unterrichten kann. Alles was wir von ihm haben, sei es Hadithoder Qur'ân, wurde uns von islamischen Gelehrten übermittelt. Deshalb ist es keine Frage, ob wir unseren Dîn von Gelehrten oder nicht von Gelehrten beziehen, sondern von welchen Gelehrten. Der Grund, wieso es Rechtsschulen im Islam gibt, ist folgender: Die vortrefflich gelehrten Mujtahid-Imame - zusammen mit den traditionellen Gelehrten, die in jeder Rechtsschule nachfolgten und die Arbeit der Imame beurteilten und verbesserten - haben den Anforderungen einer wissenschaftlichen Untersuchung entsprochen und gewannen somit das Vertrauen der denkenden und praktizierenden Muslime in allen Jahrhunderten, in denen der Islam Größe und Ruhm ausstrahlte.

    Der Nutzen der Rechtsschulen in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft liegt darin, dass sie tausende von korrekten, wissenschaftlich basierenden Antworten auf Fragen der Muslime bieten, wie man Allah gehorcht. Die Muslime haben erkannt, dass das Folgen einer Rechtsschule gleichbedeutend ist mit dem Folgen eines übergeordneten Gelehrten, der - bezogen zu jeder Streitfrage, zu der er Urteile abgab - nicht nur ein umfassendes Wissen von Qur'ân und hadiith-Texten hatte, sondern der auch in einer Zeit lebte, die ein Jahrtausend näher zum Propheten (a. s.) und seinen Begleitern war, in der Taqwâ oder "Gottesfurcht" die Normalität darstellten. Beide Bedingungen stehen im argen Kontrast zu der Gelehrsamkeit, die heute erhältlich ist.

    Es scheint, dass der Ruf nach einer Rückkehr zu Qur'ân und Sunnah ein attraktiver Slogan wäre, doch er ist in Wirklichkeit ein großer Rückschritt. Ein Aufruf, Jahrhunderte der detaillierten, fallgenauen islamischen Gelehrsamkeit der Induktion bezüglich der Gebote und Verbote von Qur'ân und Sunnah aufzugeben, eine hochentwickelte, interdisziplinäre Leistung der Mujtahids, Hadithgelehrten, Qur'ân-Exegeten, Lexikographen und anderer Meister der islamischen Rechtswissenschaften. Die Früchte dieser Forschung, die islamische Sharî°ah>, aufzugeben um zeitgenössischen Sheikhs zu folgen, die - ungeachtet ihrer Ansprüche - nicht auf dem Niveau ihrer Vorgänger sind, wäre ein Austauschen von etwas gut Erprobten mit etwas bestenfalls Versuchten.

    Der Aufruf, nur der Sharî°ah und nicht einer bestimmten Madhhab zu folgen, ist, als wolle jemand bei einem Autohändler ein Auto kaufen, der darauf besteht, dass es sich bei diesem Auto um keine bekannte Marke, sei es ein Volkswagen, ein Rolls-Royce oder ein Chevrolet, handeln dürfe, sondern er wolle "schlicht und einfach ein Auto" kaufen. So eine Person weiß einfach nicht, was sie will. Das Auto als Ware wird nicht als bloßes Auto hergestellt, sondern in Form einer bestimmten Marke. Der Händler wird mit einem müden Lächeln zu erklären versuchen, dass hochentwickelte Produkte mit hochentwickelten Produktionsmitteln hergestellt werden, aus Fabriken mit Arbeitsteilung für Forschung, Produktion und Montage, die sich getrennt mit den vielen Teilen des fertigen Produkts befassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine kollektive menschliche Anstrengung etwas bei weitem besser produzieren kann, als jeder von uns es allein improvisieren könnte, selbst wenn man ihm eine Schmiede, Werkzeug und fünfzig Jahre, oder sogar tausend geben würde. Und so ähnlich ist es mit der Sharî°ah, die sicherlich komplexer, als jedes Auto ist, weil sie sich mit der Welt des menschlichen Handelns und einem ausgedehnten interpretativen Bereich von heiligen Texten beschäftigt.

    Deshalb ist das Aufgeben der imposanten Gelehrsamkeit der Madhhabs>, die Qur'ân und Sunnah in ein wohl durchdachtes System transformiert haben, zugunsten der Übernahme des Verständnisses eines zeitgenössischen Scheikhs, nicht nur eine verfehlte Ansicht. Es ist so, als würde man einen Mercedes für ein Go-cart eintauschen.
    (Quelle:www.islam.at)
  5. mosleema1980
    05-05-2008 10:26 PM - permalink
    mosleema1980
    Die Gefährlichkeit des selbst-fabrizierten Ijtihad


    Schaykh Sa'id Ramadan al-Buti, der die Antwort des traditionellen Islam gegen die anti-Madhhab-Stimmung in seinem Buch "Nicht-Madhhabismus: Die größte Bid'a als Bedrohung der islamischen Schari'ah" artikuliert hat, vergleicht die Wissenschaft der Ableitung von Regeln mit der medizinischen Wissenschaft. Er fragt: "Wenn jemandes Kind ernsthaft erkrankt ist, sucht er dann selbst in der medizinischen Fachliteratur nach der zutreffenden Diagnose und den entsprechenden Heilmitteln, oder sollte er nicht zu einem ausgebildeten Arzt gehen?" Ein geistig Gesunder wird wohl die letztere Möglichkeit wählen. Nichts anderes gilt auch in Glaubensdingen, die in Wirklichkeit noch viel wichtiger und mit viel größeren potentiellen Gefahren behaftet sind. Wir
    wären sowohl dumm als auch verantwortungslos, wenn wir versuchten, selbst die Quellen auszuwerten und unser eigener Mufti zu werden. Statt dessen sollten wir einsehen, daß diejenigen, die ihr ganzes Leben damit verbracht haben, die Sunnah und die Gesetzesprinzipien zu studieren, dabei weniger leicht Gefahr laufen, Fehler zu machen, als wir. Ein anderer Vergleich ließe sich hinzufügen, diesmal aus dem Bereich der Astronomie. Wir könnten den Qur'an und die Hadithe mit den Sternen vergleichen. Mit dem bloßen Auge können wir viele von ihnen nicht klar erkennen; deshalb brauchen wir ein Teleskop. Wenn wir dumm sind oder stolz, mögen wir versuchen, selber eines zu bauen. Wenn wir jedoch vernünftig und bescheiden sind, werden wir uns glücklich schätzen, eines zu benutzen, das Imam Schafi'i oder Ibn Hanbal für uns konstruiert haben und das von Generationen von großen Astronomen verfeinert, geschliffen und verbessert worden ist. Ein Madhhab ist kurz gesagt nichts anderes als ein Präzisions-Instrument, das uns ermöglicht, den Islam mit größtmöglicher Klarheit zu sehen. Und noch ein drittes Bild mag zur Illustration benutzt werden: Ein uraltes Gebäude, nehmen wir die Blaue Moschee in Istanbul, mag einigen, die darin ihr Gebet verrichten, unvollkommen erscheinen.

    Junge Enthusiasten, erfüllt von dem leidenschaftlichen Wunsch, das Gebäude noch ausgezeichneter und vorzüglicher (und zweifelsohne mehr ihren eigenen zeitbedingten Vorlieben entsprechend) zu gestalten, könnten sich Zugang zu den Krypten und Kellergewölben verschaffen, die der architektonischen Struktur zugrunde liegen, und auf der Grundlage ihres eigenen Verständnisses von Prinzipien der Architektur versuchen, die Fundamente und Säulen, die das großartige Gebäude stützen, zurechtzurücken. Natürlich werden sie weder Zeit mit der Konsultation professioneller Architekten verschwenden, außer vielleicht einem oder zweien, deren Rhetorik ihnen zusagt, noch sich von den Büchern und Berichten derjenigen leiten lassen, die diese Strukturen über Jahrhunderte hinweg instand gehalten haben. Ihr Eifer und Stolz lassen ihnen dazu keine Zeit.
    Sie tasten sich durch die Gewölbe, holen ihre Meißel und Schlagbohrer hervor und machen sich in ihrem blinden Enthusiasmus an die Arbeit. Es besteht eine reale Gefahr, daß dem sunnitischen Islam Ähnliches widerfährt. Das Gebäude hat Jahrhunderte überdauert und den erbittertesten Angriffen seiner Gegner widerstanden. Nur von innen heraus kann es geschwächt werden.

    Zweifelsohne hat der Islam intelligente Gegner, denen diese Tatsache nur allzu gut bekannt ist. Das Schauspiel der Uneinigkeit und Fitna, welche die frühen Muslime trotz ihrer weit größeren Frömmigkeit spalteten, und die Beständigkeit und der Zusammenhalt des Sunnitentums nach der Kodifizierung der Schari'ah in Form der vier Rechtsschulen der großen Imame haben sicherlich eine Menge böswilliger Köpfe auf eine Idee gebracht.
    Dies soll in keiner Weise unterstellen, daß diejenigen, die die großen Madhhabs angreifen, bewußt Werkzeuge der Feinde des Islam seien. Aber es könnte teilweise erklären, weshalb ihre Schriften ständig in riesigen Auflagen publiziert und sie finanziell mehr als ausreichend versorgt werden, während der traditionellen Alternative die Mittel fehlen. Wenn jeder Muslim ein stolzer Mujtahid ist und Taqlid eher als Sünde abgelehnt denn als bescheidene und notwendige Tugend betrachtet wird, werden die divergierenden Ansichten, die in unserer frühen Geschichte so viel Leid verursacht haben, mit Sicherheit wieder zutage treten. Statt vier Madhhabs in Harmonie miteinander, wird es eine Milliarde Madhhabs in erbittertem und selbstherrlichem Konflikt gegeneinander geben. Eine intelligenter ausgeklügelte Strategie zur Vernichtung des Islam könnte es nicht geben.



    Erstmals erschienen in "Der Morgenstern - Forum der Muslime", Nr. 8, 4. Quartal 1997, S. 30 ff., Spohr Verlag Kandern - vgl. http://www.abendstern.de - Nachdruck mit freundlicher Erlaubnis des Verlages.

    (Quelle:www.islam.at)




  6. mosleema1980
    05-05-2008 10:19 PM - permalink
    mosleema1980
    Warum man ein Muqallid (Anhänger eines Madhhab) sein sollte


    Natürlich ist es jedem Muqallid empfohlen, so viel wie ihm oder ihr möglich von den formellen Belegtexten seines Madhhab zu lernen. Doch ebenso natürlich ist, daß nicht jeder Muslim ein (Rechts-)Gelehrter sein kann. Das Studium der Rechtswissenschaft ist mit großem Zeitaufwand verbunden, und damit die Ummah ordnungsgemäß funktionieren kann, ist es notwendig, daß die Mehrzahl der Menschen einer anderen Beschäftigung wie z. B. der des Buchhalters, Militärs, Metzgers etc. nachgehen. Als solchen kann man von ihnen vernünftigerweise nicht erwarten, daß sie allesamt große 'Ulema werden, selbst wenn wir davon ausgingen, daß sie alle über die erforderliche Intelligenz verfügen. Im heiligen Qur'an selbst wird festgelegt, daß weniger gut informierte Gläubige sich an qualifizierte Fachleute wenden sollen: "So fragt die Leute der Erinnerung, wenn ihr nicht wißt" (16:43). Den Tafsir-Experten zufolge sind mit "Leute der Erinnerung" die 'Ulema gemeint. Und in einem anderen Vers wird es den Muslimen zur Pflicht gemacht, eine Gruppe von Spezialisten zu schaffen und aufrechtzuerhalten, die für die autorisierte Führung der Nicht-Spezialisten sorgen sollen:
    "Warum bricht nicht aus jeder Gemeinde eine Gruppe auf, auf daß sie Wissen in der Religion erlangen und es ihren Leuten verkünden, wenn sie zu ihnen zurückkehren, auf daß sie sich in acht nehmen."
    In Anbetracht des hohen Grades an Kenntnissen, die zum exakten Verständnis der offenbarten Texte notwendig sind, und der eindringlichen Warnungen, die uns vor Verzerrungen der Offenbarung gegeben wurden, ist es offensichtlich, daß einfache Muslime verpflichtet sind, der Meinung von Fachleuten zu folgen, statt sich auf ihre eigenen Deutungen und ihr eigenes begrenztes Wissen zu verlassen. Diese offenkundige Verpflichtung war den frühen Muslimen bestens vertraut: Der Khalif 'Umar, möge Allah mit ihm zufrieden sein, folgte bestimmten Regelungen Abu Bakrs, möge Allah mit ihm zufrieden sein, indem er sagte: "Ich würde mich vor Allah schämen, von der Ansicht Abu Bakrs abzuweichen." Und Ibn Mas'ud, möge Allah mit ihm zufrieden sein, obwohl er ein Mujtahid im vollen Sinne des Wortes war, folgte in bestimmten Angelegenheiten 'Umar, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Al-Scha'bi berichtet: "Sechs der Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, pflegten den Leuten Fatwas zu geben: Ibn Mas'ud, 'Umar ibn al-Khattab, 'Ali, Zayd ibn Thabit, 'Ubayy ibn Ka'b und Abu Musa al-Asch'ari. Unter diesen waren drei, die ihr eigenes Urteil zugunsten des Urteils eines anderen aufzugeben pflegten: 'Abdullah ibn Mas'ud gab sein Urteil zugunsten des Urteils von 'Umar auf, Abu Musa gab sein Urteil zugunsten des Urteils 'Alis auf, und Zayd gab sein Urteil zugunsten des Urteils 'Ubayy ibn Ka'bs auf, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein.

    Diese Aussage, nämlich daß man gut beraten ist, einem der großen Imame als Führer in Sachen der Sunnah zu folgen, statt sich auf sich selbst zu verlassen, gilt um so mehr für Muslime in Ländern wie Großbritannien, unter denen nur ein kleiner Prozentsatz für sich das Recht beanspruchen kann, in dieser Angelegenheit eine Wahl zu treffen. Der einfache Grund ist, daß, wenn man nicht Arabisch kann, man nicht in der Lage ist, alle eine bestimmte Angelegenheit betreffenden Hadithe zu lesen, selbst wenn man es möchte.
    Aus verschiedenen Gründen, darunter ihrem großen Umfanges wegen, liegen nicht mehr als zehn der bedeutenden hadiith-Sammlungen in englischer Übersetzung vor. Es bleiben weit über dreihundert andere Sammlungen, unter ihnen solch grundlegende Werke wie das Musnad des Imam Ahmad ibn Hanbal, das Musannaf des Ibn Abi Schayba, das Sahih des Ibn Khuzayma, das Mustadrak des al-Hakim und eine große Zahl anderer vielbändiger Sammlungen, die viele authentische Hadithe enthalten, die nicht in Bukhari, Muslim und den anderen bisher übersetzten Werken zu finden sind. Selbst wenn wir davon ausgehen, sämtliche vorliegenden Übersetzungen seien vollkommen fehlerfrei, muß uns doch klar werden, daß eine Vorgehensweise, die die Schari'ah direkt aus dem Buch und der Sunnah abzuleiten versucht, nicht von Leuten in die Tat umgesetzt werden kann, die keinen Zugang zum Arabischen besitzen. Der Versuch, die Schari'ah ausschließlich auf der Grundlage der übersetzten Hadithe festzulegen, hieße einen großen Teil der Sunnah zu ignorieren und zu amputieren, mit dem Resultat gefährlicher Verfälschungen. Hier möchte ich dafür nur zwei Beispiele nennen. Die sunnitischen Madhhabs legen in ihren Regeln zur Durchführung von Gerichtsverfahren das Prinzip fest, daß die kanonischen Strafen (Hudud) in Fällen, in denen die geringste Unklarheit besteht, nicht angewendet werden sollen und daß der Qadi sich aktiv darum bemühen soll, nachzuweisen, daß solche Unklarheiten bestehen. Ein Amateur wird beim Studium der "Authentischen Sechs" Überlieferungen keine Bestätigung dafür finden. Und doch stützt sich diese Madhhab-Regel auf ein hadiith mit zuverlässiger Überliefererkette, festgehalten im Musannaf des Ibn Abi Schayba, dem Musnad des al-Harithi und dem Musnad des Musaddad ibn Musarhad.
    Der Text lautet: "Wendet die Hudud ab mit Hilfe von Unklarheiten". Imam al-Sana'ani gibt in seinem Buch Al-Ansab die Umstände der Überlieferung dieses hadiith wieder: "Ein Mann wurde betrunken aufgegriffen und vor 'Umar gebracht, der anordnete, daß die Hadd von achzig Schlägen an ihm vollzogen werde. Nachdem dies geschehen war, sagte der Mann: "'Umar, du hast mir unrecht getan! Ich bin ein Sklave!" (Sklaven erhalten nur die Hälfte der Strafe.) 'Umar war daraufhin verzweifelt vor Schuldgefühl und rezitierte das hadiith des Propheten, Allahs Segen und Friede sei über ihm: "Wendet die Hudud ab mit Hilfe von Unklarheiten".



    Ein weiteres Beispiel bezieht sich auf die wichtige, von den Madhhabs anerkannte Praxis, das Sunnah-Gebet so schnell wie möglich nach dem Maghrib-Pflichtgebet zu verrichten. Das hadiith lautet: "Beeilt euch, die zwei Rak'at nach dem Maghrib zu verrichten, denn sie werden gemeinsam mit dem Pflichtgebet (zum Himmel) emporgetragen!" Das hadiith wird von Imam Razin in seinem Jami' überliefert. Wegen ihrer traditionellen, tiefer Frömmigkeit entspringenden Furcht vor einer Verfälschung des göttlichen Gesetzes hat die überwältigende Mehrheit der großen Gelehrten der Vergangenheit ? sicherlich weit über neunundneunzig Prozent ? loyal an einem Madhhab festgehalten. Es ist wahr, daß im von Wirren geplagten vierzehnten Jahrhundert eine Handvoll von Abweichlern auftauchte wie Ibn Taymiyya und Ibn al-Qayyim; doch selbst diese Personen empfahlen niemals, daß halb-gebildete Muslime versuchen sollten, Ijtihad zu unternehmen. Selbst wenn diese Autoren in letzter Zeit "wiedererweckt" und zu Berühmtheiten gemacht worden sind, ist ihr Einfluß auf das traditionelle Gelehrtentum des klassischen Islam zu vernachlässigen, wie schon die geringe Anzahl von Manuskripten ihrer Werke in den großen Bibliotheken der islamischen Welt verrät. (Quelle:www.islam.at)
  7. mosleema1980
    05-05-2008 08:36 PM - permalink
    mosleema1980
    Assalaamu aleikum wr wb!

    Erst einmal ein herzliches Willkommen an alle, die irgendwann einmal dieser Gruppe beitreten. Ziel der Gruppe ist es alle deutschsprechenden Muslims auf dieser Seite zu vereinen wie wir im grossen Umfang alle Muslims vereinen sollten. Es geht darum Wissen auszutauschen, Informationen zu teilen oder einfach nur Gedanken auszusprechen.

    Ich hoffe ihr findet hier Anklang.


    Quote:
    "...heute habe ICH fuer euch eure Religion vollendet und MEINE Gnade an euch ganz erfuellt und fuer euch den Islam als Religion ausersehen.." (5:3)

Powered by vBulletin® Version 3.7.1
Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.2.0 RC5 - vBulletin Skin developed by: vBStyles.com
International forum : traduction - translation - übersetzung
| Jour ferie || Discussion || Cours de langue en ligne || Traducteur Ligne || Discussion forum in English || Free traduction || Warszawa Mieszkanie |

magazine internet || piscine référence || Forum adsl || Une agence de traduction, eine Übersetzungsagentur : Traduction allemand Französisch Übersetzung - Agence Traduction allemand