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Old 10-13-2004, 05:24 PM   #1 (permalink)
cc22
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Default [résolu] extrait d'un roman de Stefanie Zweig

Svp, j'ai besoin d'aide. Pouvez vous me traduire ce texte, ou une partie. Je suis trop nulle en allemand. Merci


Stefanie Zweig, Autorin und Journalistin, schreibt autobiographische Romane über ihre Jugend und die Emigration ihrer Familie nach Kenia.



Rongai, den 4 Februar 1938
Meine Iiebe Jettel!

Hol Dir erst mal ein Taschentuch, und setz Dich ganz ruhig hin. Du brauchst jetzt gute Nerven. So Gott will, werden wir uns sehr bald wiedersehen. Seit meinem letzten Brief aus Mombasa, den ich Dir am Tag meiner Ankunft schrieb, ist so viel passiert, dass ich immer noch ganz wirr im kopf bin. Ich war nus eine Woche in Nairobi und schon sehr niedergeschlagen, weil mir jeder sagte, dass ich mich hier ohne Englischkenntnisse gar nicht erst um aine Arbeit in der Stadt umzusehen brauchte. Ich sah aber auch keine Möglichkeit, auf einer Farm unterzukommen. Dann wurde ich vor einer Woche zu einer reichen jüdischen Familie eingeladen.

Die Familie Rubens lebt schon seit fünfzig Jahren in Kenia. Der alte

Rubens ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Nairobi, und die wiederum

kümmert sich um die Refugees (das sind wir), wenn sie frisch ins Land kommen.

Bei Rubens' war man auβer sich, als herauskam, dass Du und Regina noch in Deutschland seid. Hier sieht man die Dinge ganz anders als zu Hause. Mich hat man sofort auf eine Farm verfrachtet, damit wir alle drei erst mal eine Unterkunft haben und ich wenigstens etwas verdienen kann.

Ihr müsst so schnell wie möglich abfahren. Dieser Satz ist der allerwichtigste im ganzen Brief. Du musst mir jetzt vertrauen. Jeder Tag, den Du mit dem Kind länger in Breslau bleibst, ist verloren. Geh also sofort zu Karl Silbermann. Er wird Dir sagen, wie Du am schnellsten an Schiffskarten kommst, und es ist ganz egal, was es für ein Schiff ist und wie lange es unterwegs sein wird. Wenn möglich, nimm eine Drei-Bett-Kabine. Ich weiβ, das ist nicht angenehm, aber sehr viel billiger als die zweite klasse, und wir branchen jeden Pfennig. Hauptsache, Ihr seid erst einmal an Bord und auf See. Dann können wir alle wieder ruhig schlafen.

Regina braucht Gummistiefel und Manchesterhosen (Du übrigens auch). Wenn jemand ihr was zum Abschied schenken möchte, bitte um Schuhe, die ihr auch noch in zwei Jahren passen. Ich kann mir, jedenfalls heute nicht vorstellen, dass wir einmal reich genug sein werden, um Schuhe zu kaufen. Am besten Du sprichst so wenig wie möglich über Deine Pläne. Man weiss nicht mehr, was aus einem Gespräch werden kann und was aus Menschen geworden ist, die man ein Leben lang gekannt hat.

Von mir will ich heute nur kurz berichten. Rongai liegt ungefâhr tausend Meter hoch, ist aber sehr heiss Die Abende sind sehr kalt (nimm also Woltsachen mit). Auf der Farm wächst hauptsächlich Mais, doch habe ich noch nicht herausgefunden, was ich mit ihm machen soll. Ausserdem haben wir fünfhundert Kühe und jede Menge Hühner. Fur Milch, Butter und Eler ist also gesorgt. Sieh zu, dass Du ein Backrezept für Brot mitbringst.

Mein Herz zerspringt bei dem Gedanken, dass ich vielleicht schon sehr bald Dich und das Kind in die Arme schliessen kann. Und es wird schwer, wenn ich daran denke, dass dieser Brief Diener Mutter sehr weh tun wird.

Aber Deine Mutter ist immer eine grossartige Frau gewesen, und ich weiss, dass sie Dich und ihr Enkelkind lieder in Afrika weiss als in Breslau. Gib Regina einen dicken kuss von mir und verpimple sie nicht. Arme Leute können sich keine Ärzte leisten.

Ich kann mir denken, in welche Aufregung Dich dieser Brief stürzen wird, aber Du musst jetzt stark sein. Für uns alle. Es umarmt Dich voller Sehnsucht.

Dein Walter

Last edited by elahub; 10-13-2004 at 09:36 PM. Reason: résolu
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