Der vergiftete Kaffee
Rekonstruktion der Verbrechenszene:
9:27 Nachdem Frau Dupond ihre vier Kinder in die Schule gebracht hat, ist sie wieder zu Hause und kocht wie üblich Kaffee für ihre Schwiegermutter, die bei ihr und ihrem Mann wohnt.
9:31 Die Vorbereitung wird sehr sorgfältig, immer wieder nach dem selben Ritual durchgeführt. Sie nimmt einen Filter und setzt ihn in die blaue Maschine ein. Die Maschine hat ihr ihre Schwiegermutter zu Weihnachten vor zwei Jahren geschenkt.
9:33 Sie nimmt die Kaffeekiste, die ihre Schwiegermutter ihr zum letzten Weihnachtsfest geschenkt hat. Gleich danach wirft sie fünf Löffel Kaffee in den Filter hinein. Ihre Schwiegermutter liebt starken Kaffee, sie dagegen überhaupt nicht.
9:35 Der Kaffee fließt besonders schnell, sie hat die Maschine vor zwei Tagen entkalkt.
9:40 Das Tablett und ihre Tassen aus Porzellan aus Limoges stehen schon auf dem Tisch der Küche. Während sie wartet, dass der Kaffee fertig ist, bringt sie alles schön in Ordnung.
20 Sekunden später, um genau 10 Uhr gießt sie den Kaffee in die Tassen rein. Sie guckt flüchtig in die Richtung ihrer Schwiegermutter, die im Salon sitzt.
Das Gift hat sie in die linke Tasche ihrer Chanel-Hose hineingesteckt.
10:02 Sie nimmt das Werkzeug des Verbrechens: eine Flasche Arsen, die sie im Supermarkt an der Ecke gekauft hat.
10 :04 Sie gießt genau drei Tropfen in die Tasse ihrer Schwiegermutter.
10:05 Madame Dupond verlässt die Küche und bringt das Ganze auf den Tisch des Esszimmers. Ihre Schwiegermutter, Mme Duschmol liest mechanisch den Figaro, den sie seit zwanzig Jahren abonniert hat. Sie nimmt kaum Notiz von ihrer Schwiegertochter, die ihr die üblichen Kekse anbietet.
10:10 Sie trinken beide zusammen. Sie unterhalten sich nur wenig. Ihre Schwiegermutter ist vertieft in ihre Zeitung.
10:15 Arsen wirkt sofort tödlich. Mme Duschmol bricht über ihrer Lieblingszeitung zusammen. Mme Dupond bleibt ganz gelassen und tut, als wäre nichts passiert. Sie räumt das Ganze auf.
(Chapeau ! Pas mal ! Salut, Didier)
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